…oder, wie ich eigentlich zu meinen Hochzeitspaaren komme.
Eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird:
„Wie und von wo kommen deine Hochzeitspaare eigentlich zu dir?“
Tja.
Die kurze Antwort lautet:
(Von) überall.
Die lange Antwort ist ein bisschen komplizierter.
Klar, ich bin auf Hochzeitsmessen.
Ich stehe dort mit meinem Stand, lächle freundlich, erzähle über freie Trauungen, über meine Arbeit und darüber, warum es sich lohnt, die eigene Hochzeit nicht einfach nach irgendeinem Schema F zu feiern.
Ich verteile Karten.
Ich plaudere.
Ich lerne Menschen kennen.
Und ich hoffe natürlich jedes Mal ein kleines bisschen, dass jemand nach Hause geht und denkt:
„Die war’s.“
Dann gibt es natürlich meine Homepage.
Ich bemühe mich, bei Google möglichst weit oben aufzutauchen. Ich beschäftige mich mit SEO, Keywords und all diesen Dingen, von denen ich vor ein paar Jahren noch dachte, sie hätten mit meiner eigentlichen Arbeit ungefähr gar nichts zu tun.
Heute weiß ich:
Eine Traurednerin schreibt nicht nur Traureden.
Sie schreibt auch Blogbeiträge.
Optimiert Webseiten.
Postet auf Social Media.
Überlegt sich Reels.
Sucht Fotos.
Plant Inhalte.
Und versucht Google davon zu überzeugen, dass sie bitte, bitte bei der nächsten Suche nach „freie Traurednerin Tirol“ doch möglichst weit oben auftauchen möge.
Ich poste also regelmäßig.
Zumindest versuche ich es.
Und ich schreibe.
Zum Beispiel diesen Blog.
Ich versuche, in dem einen oder anderen Magazin eine Fläche zu ergattern.
Manchmal klappt es. Manchmal nicht.
Ich werbe ganz klassisch mit Flyern.
Ja, wirklich. Flyer gibt es noch.
Und dann gibt es natürlich die sozialen Medien.
Instagram.
Facebook.
Und all die anderen digitalen Möglichkeiten, die einem heute versprechen, dass man mit dem richtigen Content, zur richtigen Zeit, mit dem richtigen Algorithmus und am besten noch mit einem perfekten Reel plötzlich von ganz alleine von den richtigen Menschen gefunden wird.
Spoiler: Wird man nicht.
Oder zumindest nicht immer.
Denn wisst ihr, was tatsächlich den allergrößten Zulauf bringt? Nachwievor?
Die gute alte Mundpropaganda.
Und ich liebe sie.
Weil sie so herrlich analog ist.
Da kennt eine jemanden, der jemanden kennt.
Und diese eine hat gehört, dass die andere heiratet.
Und plötzlich sagt jemand:
„Du, ich kenne da eine Traurednerin!“
Oder:
„Ich war doch bei der Hochzeit von XY. Die Rednerin war großartig. Ich schicke dir gleich ihre Nummer.“
Und dann passiert genau das, was ich an meinem Beruf so liebe:
Menschen erzählen von mir.
Nicht, weil sie eine Anzeige gesehen haben.
Nicht, weil ich den besten Algorithmus der Welt geknackt habe.
Sondern weil ich bei einer Hochzeit etwas hinterlassen habe.
Ein Gefühl.
Einen Gedanken.
Eine Erinnerung.
Vielleicht ein Lächeln.
Vielleicht eine Träne.
Vielleicht den Satz:
„Wow. Die hat das Paar wirklich gekannt.“
Und dann kommt irgendwann eine Anfrage.
Von jemandem, den ich noch nie gesehen habe.
Aber der mich schon kennt.
Weil jemand über mich gesprochen hat.
Und ganz ehrlich?
Das ist für mich die schönste Form von Werbung.
Wenn eine Braut nach ihrer eigenen Hochzeit zu einer Freundin sagt:
„Wenn du heiratest, musst du unbedingt zu ihr.“
Oder wenn ein Gast, der bei einer Trauung dabei war, ein Jahr später selbst heiratet und plötzlich in meinem Postfach landet.
Dann denke ich:
Okay. Das funktioniert also wirklich.
Die beste Werbung ist manchmal nicht die, die man selbst macht.
Sondern die, die andere für einen machen.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich meinen Beruf so liebe.
Weil es bei freien Trauungen am Ende eben nicht um Reichweite geht.
Nicht um Klicks.
Nicht um Follower.
Nicht darum, wie viele Menschen meinen Beitrag gesehen haben.
Es geht um Verbindung.
Um echte Begegnungen.
Um Vertrauen.
Und darum, dass zwei Menschen irgendwann sagen:
„Wir haben von dir gehört. Und wir glauben, dass du die Richtige für uns bist.“
Was für ein Satz.
Was für ein Vertrauen.
Und was für ein schönes Gefühl, wenn aus einem „Wir haben von dir gehört“ irgendwann ein
„Wir sind so froh, dass du unsere Traurednerin warst.“
wird.
Deshalb mache ich weiter.
Mit Hochzeitsmessen.
Mit Google.
Mit meiner Homepage.
Mit Instagram.
Mit Flyern.
Mit diesem Blog.
Mit all den kleinen und großen Versuchen, sichtbar zu sein.
Aber am allerliebsten verlasse ich mich auf das, was es schon immer gab:
Menschen, die von Menschen erzählen.
Denn manchmal braucht es gar keine große Marketingstrategie.
Manchmal braucht es nur eine Hochzeit.
Eine gute Rede.
Ein paar strahlende Augen.
Und jemanden, der danach sagt:
„Ich kenne da eine…“
Und vielleicht bist du ja die Nächste, die jemanden kennt, der jemanden kennt, der heiratet.
Dann weißt du jetzt ja, wo du sie hinschicken kannst.
Zu Textzauber.
Denn irgendwo da draußen wartet gerade wieder eine Liebesgeschichte darauf, erzählt zu werden.
Und ich freue mich schon darauf, sie kennenzulernen.